NDR, Compliance, UEBA
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Veröffentlicht am 10. September 2025

IoT Security: Die Detection Gap schliessen

Was ist IoT-Sicherheit - Exeon blog
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Warum Tool-Sprawl die Angriffserkennung schwächt – und wie integrierte Detection echte Resilienz schafft

Der Global Industrial Cybersecurity Benchmark 2025 (Takepoint Research, Juli 2025) zeigt ein deutliches Paradox: Viele Industrieunternehmen geben an, über starke Echtzeit-Transparenz zu verfügen, doch die Mehrheit räumt ein, OT- und IoT-Bedrohungen nicht zuverlässig erkennen zu können. Gleichzeitig setzen die meisten auf ein Sammelsurium von drei oder mehr Monitoring-Tools – mit der Folge von Blind Spots, widersprüchlichen Erkenntnissen, steigenden Kosten und ohne echte Cyber-Resilienz.

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) und industrielle Organisationen weltweit ist dies weit mehr als eine Compliance-Frage. Es handelt sich um eine strukturelle Schwäche in der Art und Weise, wie Attack Detection bzw. Systeme zur Angriffserkennung (SzA) konzipiert und umgesetzt werden – ein zentrales Thema für die Zukunft der Industrial Cybersecurity.

Zu viele Tools, zu wenig Klarheit

Gerade die 57 % Tool-Zersplitterung verdienen besondere Aufmerksamkeit. Statt mehr Sichtbarkeit führt der Tool-Wildwuchs zu:

  • Überlappungen und Lücken, die IT-, OT-, IoT- und Cloud-Umgebungen unverbunden lassen.
  • Alert Fatigue, da SOC-Teams widersprüchliche oder redundante Alarme managen müssen.
  • Steigenden Betriebskosten, ohne echten Zugewinn an Resilienz.

Dies ist kein regionales Phänomen. Ob in Europa, Nordamerika, im Mittleren Osten oder in Asien – überall suchen Unternehmen nach Abdeckung durch zusätzliche Tools, landen aber bei Fragmentierung statt Sicherheit.

Warum Angriffserkennung in IoT und OT schwieriger ist

Industrielle und IoT-Umgebungen bringen besondere technische Hürden mit sich:

  • Verschlüsselter Traffic: Deep Packet Inspection (DPI) wird zunehmend blind, da immer mehr Daten über TLS/SSL laufen.
  • Agent-Limitierungen: Auf OT-Systemen oder IoT-Geräten lassen sich meist keine Agenten installieren.
  • Manuelle Prozesse: Laut Studie benötigen rund ein Drittel der Unternehmen mehr als 90 Tage zur Behebung von Bedrohungen.
  • Compliance-Anforderungen: Regulatoren fordern verlässliche, prüfbare Angriffserkennung – in Deutschland als Systeme zur Angriffserkennung (SzA), in der EU durch NIS2, in Nordamerika etwa durch NERC CIP.
IoT-Sicherheit - Schließen der Erkennungslücke

Der gemeinsame Nenner:

Fragmentierte Ansätze und Legacy-Kontrollen lassen kritische Umgebungen ungeschützt.

Prinzipien moderner Detection-Architekturen

Die Studie unterstreicht, dass wirksame Angriffserkennung bestimmte Prinzipien erfüllen muss:

  1. Ganzheitliche Transparenz über IT, OT, IoT und Cloud hinweg – keine blinden Flecken.
  2. Metadatenbasierte Analyse, die trotz Verschlüsselung funktioniert und skaliert.
  3. Verhaltensanalyse (UEBA) – Erkennung von Anomalien bei Benutzern, Geräten und Anwendungen.
  4. SOC-Integration – Verbesserung der SIEM/SOAR-Workflows, keine zusätzlichen Silos.
  5. Audit-fähige Berichterstattung – unterstützt NIS2, DORA, DSGVO und sektorale Vorschriften weltweit.

Diese architektonischen Prinzipien, nicht die Produktkästchen, bestimmen, wo Innovation stattfinden muss.

Innovation in der Praxis: Metadaten und Verhaltensanalyse

Genau hier setzen moderne Ansätze wie Network Detection and Response (NDR) und User and Entity Behavior Analytics (UEBA) an:

  • Metadatenbasiertes NDR ermöglicht Traffic-Analyse ohne teure Sensoren oder Payload-Inspection – gerade relevant für verschlüsselte, agentenfreie OT- und IoT-Netze.
  • UEBA bietet Einblick in Missbrauch durch Insider, kompromittierte Konten und ungewöhnliches Benutzer- oder Geräteverhalten – entscheidend für Umgebungen, in denen herkömmliche Signaturen nicht ausreichen.
  • Integrationsorientiertes Design reduziert Tool-Sprawl, indem bestehende SOC-Workflows angereichert statt dupliziert werden.
IoT-Sicherheit und NDR - Exeon blog

Bei Exeon setzen wir auf Exeon.NDR für netzwerkbasierte Sichtbarkeit und auf Exeon.UEBA als Ergänzung für Nutzer- und Identitätsverhalten. Gemeinsam ermöglichen sie KRITIS-Betreibern den Wechsel von fragmentiertem Monitoring zu einem integrierten Ansatz.

Moderne Angriffe auf IT, OT, IoT und Cloud – nur eine integrierte Architektur kann sie frühzeitig aufdecken.

Anbieter wie AWS und Azure liefern bereits robuste native Security-Services. Doch für Industrie- und KRITIS-Betreiber reichen diese allein nicht aus:

  • Sie fokussieren primär Cloud-native Workloads (VMs, Storage, APIs).
  • East–West-Traffic in Unternehmens- oder OT-Netzen bleibt unsichtbar.
  • Korrelation über Umgebungen (On-Prem, OT, IoT, Cloud) ist eingeschränkt.

Cloud-native Controls sind wertvolle Bausteine, müssen aber durch integrierte Detection ergänzt werden, die die gesamte Umgebung abdeckt.

  • Der auf Metadaten basierende NDR nimmt Netzwerkflussaufzeichnungen, AWS VPC Flow Logs und Azure NSG-Daten auf und bietet eine einheitliche Ansicht über IT, OT und Cloud.
  • Sensorlose Überwachung bedeutet, dass selbst verschlüsselter OT/IoT-Datenverkehr sichtbar ist – wo Agenten und DPI versagen.
  • Korrelationen und Berichte ermöglichen Compliance-konforme Einblicke in hybriden Umgebungen, von NIS2 in Europa bis NERC CIP in Nordamerika.
Beispiel:

Ein Ransomware-Angriff startet auf einem IoT-Gerät, verbreitet sich lateral im OT-Netz und erreicht später Workloads in AWS oder Azure.

  • AWS GuardDuty erkennt verdächtiges Verhalten erst in der Cloud.
  • Azure Defender for Cloud ebenso.
  • Die frühe Ausbreitung im OT-Netz bleibt ungesehen.
Exeon.NDR für IoT-Sicherheit

Mit Exeon.NDR kann die laterale Bewegung bereits im OT identifiziert, mit AWS- und Azure-Metadaten angereichert und als einheitlicher Incident dargestellt werden. SOC-Teams können den Angriff früher eindämmen – mit Kontext über alle Umgebungen hinweg.

Ausblick: Von Compliance zu Resilienz

Ob als SzA in Deutschland, NIS2 in Europa, in der Schweizer Verordnung zum Schutz kritischer Infrastrukturen oder als branchenspezifische Vorgaben anderswo – die Botschaft ist global dieselbe:

Kritische Infrastrukturen benötigen verlässliche, integrierte und erklärbare Angriffserkennungssysteme.

Das Ziel ist nicht nur, die nächste Prüfung zu bestehen, sondern Resilienz aufzubauen:

  • Abnormales Verhalten über IT/OT/IoT hinweg erkennen.
  • Signale über alle Umgebungen hinweg korrelieren, einschliesslich der Cloud.
  • Innerhalb von Tagen reagieren – nicht erst nach Monaten.

Die Studie von Takepoint Research verdeutlicht: Die Zahl der eingesetzten Tools definiert nicht die Sicherheitsreife. Entscheidend ist, wie effektiv Organisationen Bedrohungen erkennen, verstehen und darauf reagieren – bevor sie den Betrieb stören.

Fazit

Industrieunternehmen und KRITIS-Betreiber stehen unter zunehmendem Druck: geopolitische Spannungen, digitale Transformation und IoT-Verbreitung erhöhen das Risiko. Mehr Tools lösen dieses Problem nicht.

Der Weg in die Zukunft führt über architektonische Klarheit: metadatenbasierte Transparenz, Verhaltenserkennung und Integration in bestehende SOC-Workflows. Nur so können Unternehmen die Erkennungslücke schließen – und von der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu echter Cyber-Resilienz übergehen.

 

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