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Veröffentlicht am 30. April 2025

Die Sicherheitslage der Schweiz: Hybride Bedrohungen erfordern grundlegende Verteidigungsstrategien

Situation der Cybersicherheit in der Schweiz und Verteidigungsstrategien
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Das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz wird von Jahr zu Jahr komplexer, wie der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) in seinem Jahresbericht "Sicherheit Schweiz 2024" feststellt. Besonders besorgniserregend sind der internationale Terrorismus, die aktuellen militärischen Konflikte und die zunehmende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Autokratien, die auf politischer und militärischer Ebene kooperieren. Diese Entwicklung wirkt sich auch direkt und indirekt auf die Cyber-Sicherheit in der Schweiz aus, da Cyber-Angriffe durch staatliche und nichtstaatliche Akteure immer häufiger und komplexer werden.

Der "Bericht zur Sicherheitslage der Schweiz 2024" zeigt, dass die Schweiz aufgrund von globaler Instabilität und geopolitischen Spannungen externen Bedrohungen ausgesetzt ist. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören Russlands Krieg in der Ukraine, der zunehmende Autoritarismus, Terrorismus und Cyber-Bedrohungen, die alle zu einem unberechenbaren Sicherheitsumfeld beitragen.

Die Bedrohungen für die Cybersicherheit nehmen zu:APTs, ransomwaresowie staatlich geförderte „ Spionage “, die Risiken für kritische Infrastrukturen mit sich bringen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung ( upgrade ) der digitalen Verteidigungssysteme erfordern. Die Schweiz muss sich anpassen, um ihre nationalen Interessen zu schützen, indem sie ihre Cyberabwehr ( Cyber-Resilienz) ausbaut, die Öffentlichkeit sensibilisiert und die internationale Zusammenarbeit stärkt.

Cyber-Attacken in einer neuen Dimension

Cybersicherheit spielt heute und in Zukunft eine zentrale Rolle für die Landesverteidigung, da kritische Infrastrukturen wie die Energieversorgung, transport und die Wasserversorgung zunehmend digitalisiert und damit anfälliger für Cyberangriffe werden. Ransomware (Software, die Daten verschlüsselt und diese nur gegen Lösegeld oder politische Zugeständnisse wieder freigibt) wird vom FIS als einer der Hauptfaktoren angesehen, die die Sicherheit kritischer Infrastrukturen durch Cyberangriffe gefährden.

Laut FIS stellen auch Angriffe, die „nur“ auf finanziellen Gewinn abzielen, eine akute Bedrohung dar. Diese Angriffe werden häufig von Cyberkriminellen durchgeführt, die exploit Schwachstellen in IT Systemen ausnutzen, um kritische Infrastrukturen lahmzulegen oder sensible Daten zu stehlen. Ein weiterer – politisch motivierter – Problembereich sind Hacktivisten, die verteilt Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) einsetzen, um Websites und Online-Dienste lahmzulegen.

So wurden beispielsweise im Jahr 2024 die Websites verschiedener Schweizer Unternehmen und Behörden während des Friedensgipfels für die Ukraine auf dem Bürgenstock von mehreren DDoS-Angriffen betroffen. Während diese Angriffe bisher hauptsächlich darauf abzielten, Aufmerksamkeit zu erregen, warnt das FIS, dass sie sich zu gezielten „ sabotage “-Versuchen entwickeln könnten, die den Systemen von IT dauerhaften Schaden zufügen.

Auch die „ Bedrohung “ von Cyber Spionage en ist nach wie vor hoch. Da es in der Schweiz viele lohnende Ziele Spionage gibt, suchen Geheimdienste weltweit nach Wegen, sich durch Cyberangriffe und Datendiebstahl Zugang zu sensiblen Daten, Innovationen und Technologien zu verschaffen. Der FIS sieht derzeit in den russischen Geheimdiensten die größte Spionage Bedrohung für die Schweiz.

Hybride Bedrohungen in der Schweiz erfordern robuste Cybersicherheit - Exeon

Fokus auf kritische Infrastrukturen

Angriffe auf die zunehmend digitalisierten Prozesse in kritischen Sektoren wie Energie, transport und Wasserversorgung stellen ein erhebliches Risiko dar. Der NDB betrachtet Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen als ein wachsendes Problem, da ältere industrielle Steuerungssysteme in systemrelevanten Sektoren aufgrund ihrer allgemein unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen besonders anfällig für Cyberangriffe sind. Gruppen wie die pro-iranischen „Cyber Av3ngers“ konnten bereits Schwachstellen exploit ausnutzen und werden dies auch weiterhin tun.

Direkte sabotage smaßnahmen durch ausländische Staaten wurden bislang noch nicht bestätigt, doch könnten auch Kollateralschäden durch internationale Cyberangriffe die Schweizer Infrastrukturen beeinträchtigen. Die zunehmende Vernetzung kritischer Infrastrukturen sowie die tiefgreifende nationale und globale Verflechtung und Komplexität innerhalb der hardware und der Software Lieferkette erhöhen zudem das Risiko eines Ausfalls dieser Infrastruktur.

Sicherheitslücken in der Software „ Drittanbieter “ oder bei deren Anbietern haben bereits zu erheblichen „ ransomware “-Angriffen in verschiedenen Sektoren geführt und zur Störung bestimmter Geschäftsprozesse, die von Dritten abhängig sind, oder zur Veröffentlichung von Daten und Informationen eines Anbieters oder Dienstleisters. Da selbst indirekte Cyberangriffe weitreichende Störungen verursachen können, stuft das FIS das Risiko, indirekt Opfer eines Angriffs zu werden, für kritische Infrastrukturen in der Schweiz als „erhöht“ ein.

Vorbeugende Maßnahmen für mehr Cybersicherheit

Staat, Institutionen und Unternehmen in der Schweiz müssen ihre Cybersicherheitsstrategien laufend anpassen, um den wachsenden hybriden Bedrohungen zu begegnen. Dazu gehören Sensibilisierung, regelmässige Sicherheitsüberprüfungen, das Schliessen von Schwachstellen in Software und Systemen sowie der Einsatz neuester Technologien wie künstliche Intelligenz zur Erkennung von Bedrohungen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Einrichtungen und privaten Unternehmen ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Stärkung der Cybersicherheit auf nationaler Ebene. Die NDB empfiehlt den Austausch von Informationen über aktuelle Bedrohungen und die gemeinsame Entwicklung von Präventionsmaßnahmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Themen rund um „ phishing “ und „ social engineering “, um Angriffe, die auf menschliches Versagen abzielen, frühzeitig zu verhindern.

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